Der kleine schwarze Punkt: Merkurdurchgang vom 9. Mai aufgearbeitet

meduga090516bigstack3a_FIN
Noch im Mai – ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet – habe ich nun ein finales Ergebnis des Merkurdurchganges erreicht. Nach den fast neun Stunden in der Sternwarte am 9. Mai hatte ich fast zehn Tage lang keine Zeit, das Material auch nur zu sichten. In mehr als 40 Stunden Arbeit ist dann das finale Bild entstanden. Eingegangen sind 39 Videos, die am C14 mit Baader ND5-Folie in voller Öffnung aufgenommen worden waren. Alle zehn Minuten entstand ein solches Video. Die Lücke in der Bildserie ist geblieben, wo Wolken die zeitgerechte Aufnahme verhinderten. Auch endet die Serie vor Austritt, da die Sonne gegen 20:18 MESZ hinter einem Haus verschwand. Das letzte, in Wolken ziemlich schlechte Video war zudem ein Stückchen aus der Zeitschiene.
Aus allen Videos, die im Normalfall 2500 frames hatten, habe ich je eine Sequenz von minimal 150 frames, maximal ca. 700, im Durchschnitt 300 bis 500 frames mit dem besten Seeing herausgeschnitten. Länger durften die Einzelsequenzen wegen der Merkurbewegung nicht sein, sonst wäre beim Stacken Unschärfe um den Planeten herum entstanden, die ich so auf ein Minimum begrenzen konnte.
Die Gesamtsonne entstand parallel am 7″-Refr. mit einem Baader ND3.8 und einem lichtdämpfenden RG680 mit einer Canon 5Ds R. Aus drei Einzelbildern habe ich jeweils den Grünauszug herausgenommen, die drei Bilder gestackt, später wieder in gelb eingefärbt.
Die Flecken sind in dieses Bild aus eigenen Videostacks eingefügt, das Gesamtbild zeigt den Zustand etwa zur Mitte des Durchgangs.
Rechts ist die Eintrittssequenz zu sehen, die aus einem rund dreieinhalbminütigen Video in Einzelabschnitten herausgeschnitten und bei jeweils nur noch 150 frames pro Sequenz gestackt wurden. Zu sehen ist hier nur jedes zweite Bild. Unten zwei Bilder aus der Videoserie vor Granulation.
Das Originalbild hat knapp 11.000 Pixel Breite und eine Druckhöhe bei 150 dpi von knapp 2 Metern!! In 1,12 x 1,10m hängt es bei mir an der Wand.
Für die Betrachtung im Web musste ich es natürlich deutlich verkleinern, es hat nun 4096 Pixel Breite und 72dpi, doch auch da lässt sich die Gesamtschärfe beim Hineinzoomen noch gut erahnen. Achtung: Hier hinterlegtes Originalbild hat 4MB! (Im Original bei mir daheim ist es ein TIF von 330 MB!)
Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis nun doch noch zufrieden, nachdem ich zunächst am Seeing und der Unvollständigkeit am Zweifeln war. Schade nur, dass ich wenig später mit der neuen ASI224Mc ein Setup bekommen habe, dass – wie an den zwischenzeitlich gezeigten Sonnenbildern nachzuvollziehen – hier vielleicht noch einiges mehr zugelassen hätte…
Aber, das ist ja fast immer so, dass irgendwas noch besser geht. Dafür muss man beim Merkur ja glücklicherweise nicht gar so lange auf die nächste Chance warten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s