Mein „Super-Mond“ vom 23. Dezember 2015

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Viel Arbeit in letzter Zeit ließ wenig Spielraum, mal wieder was zu posten. Ein Projekt darunter war die Fertigstellung meines „Super-Mondes“. Eigentlich besetzt der Begriff einen besonders großen Mond am Himmel, wenn er der Erde an seinem innersten Bahnpunkt am nächsten kommt, am besten bei Vollmond. Der Größenunterschied ist durchaus sicht- und nachweisbar. Mein „Super-Mond“ hat zwar auch was mit Größe zu tun, aber eher der, in der ich ihn an die Wand bringen kann und er trotz der Größe noch immer jede Menge an Detail zeigt, dass den Betrachter bis  direkt vor’s Bild lockt.

Am 23. Dezember bestand eine gute Chance, dieser lang gehegten Idee näher zu kommen: Der Mond war nur zwei Tage von Vollmond entfernt, er stand hoch am Himmel, die Luft war außerordentlich ruhig, und ich konnte die neue Canon 5Ds R in Anschlag bringen, um zu sehen, was 50 Megapixel in der (Mond)Praxis bringen. Aufnahmegerät war ein Celestron 14 mit einer Brennweite von fast 4 Metern. Das bedeutete für die DSLR, dass ich den Mond nicht in eins ablichten kann, sondern nur in zwei Hälften. Die habe ich dann auch jeweils mehrmals aufgenommen bei 400 ASA und 1/320 bzw. 1/400 sec. Je vier Bilder einer Hälfte wurden gemittelt, um das Pixelrauschen für die spätere Kontrastanhebung zu bremsen, die beiden Hälften dann passgenau zusammengebracht und vereint.

Herausgekommen ist – mit ein bisschen Himmel drumherum – ein Masterbild von fast 10.000 x 10.000 Pixeln! Kontrast angehoben, milde geschärft, die Grundlage für einen Supermond-Druck mit 1,12 x 1,12 Metern war gelegt.

Nun hatte ich die gute Luft dieses Abends auch noch für Aufnahmen mit einer SW-Astrokamera genutzt. Die machte bei gleicher Brennweite Bilder mit einem Chip von 1024 x 768 Pixeln. Genaugenommen Videos. Kurze Sequenzen eines kleinen Mondausschnittes von jeweils ca. 1500 Bildern, die dann nach Astronomiegrundsätzen des „lucky imagings“ bearbeitet wurden. Das bedeutet, eine spezielle Software schaut im Video nach der Qualität der Bilder, die besten 20 Prozent von allen wurden ausgewählt und dann zu einem Bildergebnis pro Video addiert. Da durch die Addition eine hohe Rauschfreiheit vorliegt und sogar seeingbedingte Verzerrungen zum Teil ausgemerzt werden, sind Bilder möglich, die eine erhebliche Nachschärfung erlauben. Aber wegen des kleinen Chips eben  nur in eher winzigen Ausschnitten. Die Ergebnisse vom 23. Dezember waren dabei schon sehr gute. In den DMK-Bildern waren Kraterlöchlein von weniger als einem Kilometer Durchmesser auszumachen, das ist schon ziemlich scharf.

Um meinem „Super-Mond“ die Krone aufzusetzen, habe ich die DMK-Bilder in den Canon-Mond an den passenden Stellen eingesetzt. Das hat dort die Auflösung noch einmal drastisch erhöht und ist außerdem ein schönes Beispiel dafür, wie groß doch noch der Unterschied zwischen einen DSLR-Bild, selbst bei einer Mega-Kamera wie der 5Ds R, und den speziellen Astrokameras ist.

Ich füge hier einmal das daraus entstandene Gesamt-Mondbild an:

mond151223dmkinsets

Das Original ist hier zu finden, da wieder kein Anklicken zum Sprung ins Originalbild funktioniert (Achtung: ca. 14 MB JPG):

http://www.diefotomaus.de/astro/mond151223+DMKinsets.jpg

Es lohnt sich auf jeden Fall, voll in das Bild hinein zu zoomen und ein wenig auf dem Mond spazieren zu gehen. Die Einsetzungen der DMK befinden sich alle entlang des rechten Schattenrandes und sind in der Nahansicht ohne Weiteres erkennbar an der deutlich größeren Detailschärfe.

Leider habe ich an dem Abend nicht noch mehr Randprofil aufgenommen. So geht das Projekt „Super-Mond“ in eine weitere Runde. Ziel ist ohne Zweifel, einmal einen Mond in dieser Größe allein aus Bildern der DMK zusammensetzen zu können. Was für eine Arbeit das werden würde, mag ermessbar sein, wenn man weiß, dass dazu wohl mehr als 60 Einzelvideos und daraus gewonnene Bilder für einen ganzen Mond nötig wären. Da muss er schon mal einen ganzen Abend für „stillhalten“…

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