Plane Spotting der anderen Art

logo-brokhill„Plane Spotter“ sind bekanntlich Flugzeug-Verrückte, die vornehmlich rund um große Airports den Fliegern auflauern, um von diesen gute, manchmal auch spektakuläre Bilder einzufangen. Das ist ansonsten nicht mein Metier, aber in einem Sonderfall lege ich mich dann auch mal auf die Jagd: Wenn der Mond günstig steht 😉

Das war am heutigen Einheitssonnabendmorgen mal wieder der Fall. Ein abnehmender Mond am stahlblauen Morgen- und Vormittagshimmel bot beste Voraussetzungen, um Flugzeuge am, im besten Fall auch vor dem Mond zu erhaschen. Wie bei der Jagd auf Wild hat das viel mit Geduld zu tun, und ein bisschen auch mit guter Vorausschau. Bei letzterer hilft ein Werkzeug wie Flightradar24, das mir früh genug „aussichtsreiche“ Kandidaten für einen Mondtreffer anzeigt. So musste ich nicht die ganze Zeit angstrengt aus dem Fenster schauen, sondern neben der Arbeit nur gezielt dann, wenn ein potenzieller Mondschussflieger herannahte.

IMG_7075_kDann kommt das Glück ins Spiel. Einen echten Treffer zu landen, ist einfach nur Glückssache, denn ein paar hunderte Höhenmeter Unterschied, oder die Flugbahn ein Stück zu weit westlich oder östlich, und aus dem Treffer wird eben nur ein naher Vorbeiflug. Wie im Fall dieses Lufthansa-Airbusses, der mit schönem Kondesstreifen heran-, aber eben auch knapp vorbeirauschte. Dann heißt es weiter warten. Und aufmerksam sein, denn Flightradar zeigt zwar die meisten, aber nicht alle Flieger an.

Und so kam der Treffer an diesem Sonnabendvormittag, 3. Oktober 2015 (im Übrigen beileibe nicht mein erster), unerwartet zustande, denn der nicht identifizierte Flieger tauchte ohne Vorwarnung auf – und düste vor dem Mond vorbei. Aus der dabei geschossenen Serie hier das beste Bild.

IMG_7094_kLeider waren die Temperatur- und Feuchtigskeitsschichtungen an diesem sonnigen Einheitstagsmorgen so geartet, dass erst bei mehr als 10.000 Metern Flughöhe auch kurze Kondensstreifen zu sehen waren. Dieser Flieger lag darunter und zog daher keinen Schweif hinter sich her, der die Begegenung bildlich sicher noch hätte schöner ausfallen lassen können. Technik bei allen Bildern im Übrigen eine Canon 5DII an einer 1000mm-Russentonne f:10 bei 1/250sec und 800 ASA, alles freihand! Das Bild wurde anschließend mit einem Flatfield von Vignetten befreit, gecropt und im Kontrast  angehoben. Die Unterschiedlichkeit der Farben hat mit dem jeweiligen Aufnahmezeitpunkt zu tun.

IMG_7116_kZu einem weiteren Treffer kam es dann nicht mehr, nur noch ein weiterer naher Vorbeiflug am inzwischen immer tiefer stehenden Mond, diesmal mit einem Flieger der Tunisian Airlines auf dem Weg nach Skandinavien.

Aufnahmen dieser Art sind – von der Notwendigkeit einer ziemlich langen Brennweite einmal abgesehen – einfacher als vielfach gedacht. Es bedarf angesichts des heute enorm dichten Flugverkehrs nur Geduld und des richtigen Monents am rechten Platz = Glück.

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